In der Fachzeitschrift "Gefahrstoffe - Reinhaltung der Luft" sind zwei Veröffentlichungen zum Umgang mit Bioziden erschienen.

Hier die Kurzfassungen:

Bleck, D.; Müller, A.; Holthenrich, D.; Schlüter, U.: Exposure and protective measures during the application of antifouling paints. Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft 5/2009, Seite 215-221

Exposition und Schutzmaßnahmen bei der Verwendung von Antifoulingmitteln

Zur Ermittlung von Expositionsbedingungen und Schutzmaßnahmen bei der Verwendung von Antifoulingfarben wurden Interviews und Werftbesichtigungen durchgeführt. Die Erkenntnisse wurden strukturiert beschrieben und Beispiele für die beste Anwendungsweise identifiziert. Das Mischen und Beschicken von Airless-Sprühgeräten mit großen Farbmengen ging mit einer hohen Exposition von Händen, Füßen und Vorderseiten der Beine einher, wobei die Achtsamkeit des Anwenders und die allgemeinen Arbeitsumstände die wichtigsten Expositionsdeterminanten waren. Sprührichtung und Enge des Arbeitsraumes waren wichtige Faktoren für die Exposition gegenüber dem Sprühnebel. Kontakt mit kontaminierten Oberflächen während des Sprühvorgangs erhöhte die Exposition von Händen und Körper. Persönliche Schutzausrüstung wurde zumeist dann getragen, wenn mit häufigen Kontrollen durch Vorgesetzte zu rechnen war. 

 

Müller, A.; Bleck, D.; Holthenrich, D.; Schlüter, U.: Safe use of biocidal products as concentrates. Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft 6/2009, Seite 251-257

Sicherer Umgang mit Bioziden in Konzentratform


Durch Datenbankauswertungen, Marktbetrachtungen, Expertenbefragungen und Feldstudien wurden bedeutende Einsatzfelder und Anwendungsformen von Bioziden in Konzentratform ermittelt. In zehn Produktgruppen werden Biozide als Konzentrate in relevanten Größenordnungen vertrieben und eingesetzt. Beste verfügbare Techniken und beste Anwendungsbeispiele wurden dokumentiert und Handlungshilfen entwickelt. In 80 % der besichtigten Anwendungsfälle wurden Konzentrate in flüssiger Form verwendet. Der Grad der Prozessautomatisierung war in den meisten Fällen hoch. Für diese Szenarien bestehen Optimierungsmöglichkeiten insbesondere im Hinblick auf die Positionierung der Konzentratbehälter und die Umfüllungstechnik. Nur in wenigen Anwendungsbereichen wurden die Konzentrate manuell verdünnt. Dies ging mit einer höheren Exposition einher. In fast allen Fällen wurden Defizite bei der Verwendung persönlicher Schutzausrüstung festgestellt, obwohl die Arbeitgeber adäquate Ausrüstung zur Verfügung stellten.